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Ein weiteres Kapitel zum Thema „TürkInnen/MuslimInnen bashing“

Wir haben gerade in Österreich eine turbulente politische Zeit. In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse überschlagen und die Medien haben meiner Meinung nach mit der Regierungskrise genug Stoff um die Titelseiten zu füllen.

Aber mit welcher Titel – Schlagzeile ist gestern eine große Tageszeitung rausgegangen?

Neuer Trend: Alkohol-Stopp in türkischen Lokalen Wiens Kein Bier. Muslimische Wirte setzen Spirituosen von ihren Karten ab“ Echt jetzt? Wir stehen vor Neuwahlen und das ist jetzt die wichtigere Nachricht?

Titeln sie morgen
„Skandal! Vegetarisches Restaurant weigert sich Kunden Wr. Schnitzel zu servieren!“ oder „Kantinen in Österreichischen Betrieben nehmen alkoholische Getränke aus dem Angebot. Wird die Produktivität zurückgehen?“?

Ich kann die Enttäuschung einiger Stammkunden des „alten“ Etap verstehen, dass sich ihr Stammlokal jetzt verändert und wenn die das im kleinen Kreis diskutieren ist das auch völlig in Ordnung. Es ist niemand gezwungen im „neuen“ Etap Essen (und Trinken) zu gehen, es gibt in der nächsten Umgebung viele Türkische Restaurants, die noch immer Alkohol im Sortiment haben.

Aber dürfen jetzt bei jedem Lokal, welches den Besitzer wechselt, die StammkundInnen in der Zeitung auf die Titelseite und dann im Blattinneren ganzseitig ihren Unmut kundtun? Oder anders gefragt, was ist das Ziel dieser Schlagzeile?

Anti-Türkische Resentiments bringen Auflage. Außerdem hat es ja schon seit mindestens 4 Tagen keine Anti Türkische / Muslimische Schlagzeile mehr gegeben, also war es ja höchst an der Zeit!

Dass der Rechtspopulismus in Österreich erstarkt ist leider auch in der Verantwortung der Medien. Es wird ein Bild gezeichnet, das Menschen immer wieder zur Zielscheibe macht.

Und dann kommt wie zum Hohn immer wieder die obligatorische Frage „Ja warum fühlen sich die türkischstämmigen ÖstereicherInnen hier nicht wohl?
Warum ist ihnen die Türkei noch so wichtig?

Mustafa Yenici

Mustafa Yenici

SPÖ Wien
Büro für Integrations- und Diversitätspolitik
Mustafa Yenici

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