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Meet a Muslim-Day in Wien
İsmail Uygur

MEET A MUSLIM DAY!

Die ALIF-Jugend hat de facto einen „Meet a Muslim-Day“ mit dem Programm-Namen „Gestatten, Muslim. Wieso? Weshalb? Warum?“ organisiert.

Da wir Österreicher sehr gerne über den Islam und die Muslime reden, aber die Meisten in echt nicht einmal einen erkennen – selbst wenn sie mit einem im Gespräch sind – finde ich das „Meet a Muslim-day“ nicht nur genial – sondern auch genau das, was wir in Österreich dringendst brauchen!!

Warum wir das brauchen? Ganz einfach:
Die beliebten Talkshows der Medien und die unzähligen Islam-Debatten der polarisierenden Politiker haben es geschafft, ein extrem realtitätsverzerrtes und unmenschlich brutales Bild der Muslime zu zeichnen.

Viele nicht-muslimische Österreicher nehmen diese Shows nicht mal wirklich ernst auf, da sie viele Muslime kennen die überhaupt nicht in diese 0815-Muslim-Schublade der Talkshows reinpassen und diese somit teilweise auch sehr unseriös wirken.

Gefährlich wird es allerdings in den ländlichen Regionen, wo es weniger muslimische Österreicher gibt und somit jene, die gar keine Muslime kennen, aber diesen Debatten Gehör schenken, alles glauben müssen und tatsächlich auch jede Wortmeldung ernst nehmen, die sie über die Muslime hören.

Auch die noch so unplausibelsten Behauptungen die ganz klar gegen jeden Funken Hausverstand sprechen und eigentlich noch so unseriös und unglaubwürdig klingen. Das Problem ist allerdings: Man kennt keine Muslime und wurde ihnen auch nie vorgestellt.

Also woher sollte man wissen, dass diese Aussagen Irrsinn sind? Vorallem dann wird die Behauptung zu einem Fakt, wenn es jemand sagt, dem der Titel „Islamexperte“ beigefügt wurde (welche übrigens vom Veranstalter selber verteilt/verschenkt wird) oder die Person einen türkischen Namen hat und subtil vermittelt wird „ich bin unter denen aufgewachsen – ich weiß alles über den Islam und Koran“. Auch, wenn die Eltern nie wirklich praktiziert haben.

Somit kann man sagen, dass der „Meet a Muslim-Day genau den Effekt hat, den es auch haben sollte: Bio-Österreicher, die von den Hasspredigten rechter Politiker wie ein Faß voll mit Angst und Wut innerlich gefüllt wurden, durch das offene Gespräch ihre Angst und Vorurteile abbauen. Zeitgleich aber auch Brücken bauen/neue Freundschaften schließen und zeigen, dass muslimische Österreicher keine Außerirdischen sind, sondern ganz normale Mitbürger, Kinder, Jugendliche, Väter, Mütter, Schüler, Arbeiter, Unternehmer, Filmfreaks oder Musikfreaks – Aber auf jeden Fall: Ein Teil der multikulturellen österreichischen Gesellschaft.

Ebenso appelliere ich auch an die muslimisch österreichische Community (!) nicht jeden Rechts-Wähler gleich als Nazi/Rassist abzustempeln und zu meiden, sondern stattdessen das offene Gespräch zu suchen. Manchmal sind Schwarz-/Blauwähler einfach nur Menschen die aus ihrer Angst heraus (weil ihnen ihre Politiker&Medien sagen, sie müssten Angst haben solange auch nur 1 Muslim in Österreich noch lebt) irrational handeln. Aber auch Bürger, die einfach von Korruptions-Skandalen oder leeren Versprechungen ihrer bisherigen Partei enttäuscht sind und sich eine andere kleine ambitionierte Partei für den kleinen Steuerzahler suchen. Es gibt viele Gründe. Lernen wir uns gegenseitig besser kennen finden es selbst heraus, statt stellvertretend die populistischen Talkshows und Debatten für uns Sprechen zu lassen – und zwar absofort!

Somit wünsche ich euch noch eine superschöne und angenehme Woche und sage zum Abschluss: Kommunikation ist der beste Schlüssel zum Erfolg – Peace out!

İsmail Uygur

İsmail Uygur

Stv. Junos Salzburg - politischer Aktivist
İsmail Uygur

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