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Der Türken Führerschein

Neulich gibt es wieder ein Ablenkungsmanöver seitens der FPÖ, genauer genommen vom österreichischen Verkehrsminister Norbert Hofer. Er möchte ab 2019 „Kosten sparen“ und sieht es nicht ein, wieso man die Möglichkeit hat auf Türkisch eine Führerscheinprüfung abzulegen. Das zahlen „unsere“ Steuerzahler heißt es. Kroatisch, Englisch und Slowenisch soll weiterhin angeboten werden. Die Türken sollen gefälligst die deutsche Sprache lernen und sich endlich integrieren, hört man von rechten Seiten. Ich muss zu diesem Thema etwas Persönliches loswerden..

Meine Mutter, meine Schwester und ich sind 1997 nach Österreich gekommen. Davor kein einziges Wort Deutsch gehört. Ich kam in den Kindergarten, meine Schwester in die Volksschule. In einem kleinen Dorf im Burgenland begann für uns ein neuer Lebensabschnitt. Wir waren anfangs die einzige türkische Familie im ganzen Dorf. Die einzigen Migrantenkinder im Kindergarten und in der Schule.

Meine Mutter hatte es nicht leicht. Sie brachte uns zu jeder Jahreszeit zu Fuß in die Schule und holte uns wieder ab. Alleine durften wir nicht, weil wir niemanden kannten. Die WienerInnen können sich das sehr schwer vorstellen, aber am Land fährt man mit dem Bus überall hin, der je nachdem wo man wohnt, jede Stunde oder alle zwei Stunden am Wochenende fährt. Der einzige, der einen Führerschein hatte, war mein Vater. Er war aber auch der einzige, der arbeitete. Meistens auch am Wochenende. Deshalb war es für meine Mutter sehr schwer ohne Führerschein und Auto den Haushalt unter einen Hut zu bringen. Sie konnte nicht alleine Einkaufen fahren, keine Sprachkurse besuchen oder Verwandte besuchen…

Sie war meinem Vater angewiesen. 3 Jahre später hatte meine Mutter den Führerschein. Die Fahrstunden durfte sie mit meiner Schwester, die mit 14 als Dolmetscherin agierte, machen.

Die Theorieprüfung durfte sie auf Türkisch ablegen. Sowohl die Theorie als auch die praktische Prüfung hatte sie beim ersten Mal geschafft. Apropos, die praktische Prüfung war aber ausschließlich auf Deutsch. Da durfte meine Schwester auch nicht mitfahren.

So, an alle die den Führerschein haben, überlegt euch kurz einmal wie nervös ihr am Prüfungstag wart und stellt euch vor, die Prüfung ist in einer Sprache die ihr kaum sprechen könnt. Sie war danach wie ein freier Vogel. Musste nicht mehr die Kinder bei Regen und Schnee zu Fuß abholen. Wir konnten Einkaufen fahren, wann immer wir wollten. Wir konnten zu unseren Verwandten in den anderen Städten fahren.

Sie konnte den Sprachkurs besuchen. Sie konnte endlich ihren Tagesablauf selbst bestimmen, ohne auf die Buszeiten zu schauen oder auf meinen Vater zu warten, der sowieso voll erschöpft nach der Arbeit noch mit uns in Arbeitskleidung einkaufen fuhr. Man muss noch dazu die Öffnungszeiten anmerken, die viel kürzer sind als in Wien.

Für Menschen am Land ist der Führerschein eine Pflicht sobald man 17 oder 18 ist. Mobil zu sein ermöglicht erst recht die Sprache zu lernen. Diese Freiheit sollte man jedem Menschen vor Allem Frauen mit Kinder, egal mit welcher Sprache sie den Führerschein machen möchten, als Staat ermöglichen können. Während andere Länder in Europa, das Sprachangebot erweitern, entwickelt sich Österreich leider immer mehr zurück.

Bei einem Führerschein geht es um die Unabhängigkeit, die Mobilität und um die Verkehrssicherheit nicht um die Integration!

Diese Forderung schränkt vor Allem die Frauen mit Kinder am Land ein! Meine Mutter und sicherlich viele andere auch sind das beste Beispiel dafür.

Den Rassismus der hier eindeutig nur Menschen mit türkischer Muttersprache betrifft, die genauso Steuern zahlen, möchte ich hier gar nicht erwähnen..

#thinkaboutitbasti #fpövp

Esma Çelik
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One comment

  1. Ja ihr zahlt Steuern , aber wie wäre es mal mit ANPASSEN , ihr Türken werdet am meisten gehassten hier in Österreich , und die Amtssprache ist halt mal Deutsch , auserdem gehöhrt die sogenannte Doppelstaatsbürgerschaft ebenfalls abgeschafft , entweder oder , man kann sich nicht nur die rosinen herruaspecken von jeweiligen Land!Warum verschwinden denn die jenigen nicht auch die den Verrückten Erdogan gewählt haben denn wenn er ihnen politisch so gefällt dann ab nach Hause in die Türkei , aber ja doch euch hält ja hier in Österreich die sehr gute Soziale absicherung wie – Familienbeihilfe , Kindergeld , Wohnbeihilfe , Arbeitslosengeld und vieles mehr das ihr bei euren Erdogan nicht bekommt ,alos immer schön am Teppich bleiben!

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