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„Rassismus – Es geht nur um Prügel“
Begüm Gördü

„Warum gibt es den Rassismus,
wenn wir doch alle die Kinder Adam und Evas sind“, fragte der Junge.

„Um leichter Prügel verteilen zu können“, antwortete der Greis.

Mit dieser Antwort hatte der junge Mann in diesem Augenblick nicht gerechnet. Er blickte verwundert in die Augen des alten Mannes. „Was meinst du mit Prügel?“, fragte er.

„Darüber kann ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, erwiderte der Alte.

„Ich höre sie gerne an“, murmelte der Junge.

Also fing der alte Mann in seiner beeindruckenden Art und Weise an zu erzählen:

Drei Freunde, ein Türke, ein Kurde und ein Armenier in Pfarrer-Bekleidung machen sich eines Sommertages auf den Weg. Das Wetter ist sehr heiß und es gibt weit und breit kein Wasser zur Abkühlung. Plötzlich erblicken sie ein Weingut und stürmen hin um ein paar Trauben zu ergattern. Sie nehmen sich vor die Kosten zu erstatten, falls sie den Besitzer antreffen. Kurze Zeit später erscheint der Gutbesitzer tatsächlich neben ihnen. „

„Wie schön, dann können sie ihn gleich entschädigen“, unterbricht der junge Mann.

„Mal sehen was passiert“, erwiderte der weise Mann und fuhr fort..

„Der Winzer ist ein kluger Mann. Alleine durch die Bekleidung und deren Dialekt erkennt er sofort die religiöse und ethnische Zugehörigkeiten der drei Männer. Da er jedoch weiß, dass er es mit allen Dreien nicht aufnehmen kann, schaltet er seinen scharfen Verstand umgehend ein.

Er dreht sich zum Armenier und sagt zum Türken deutend:

Dieser Mann ist Türke und somit gleicher Abstammung, er kann sich bedienen, gegönnt sei es ihm.“ Dann zeigt er auf den Kurden und sagt:

Dieser hier ist Kurde aber es ist auch mein Glaubensbruder.“

„Und woher nimmst du dir das Recht um dich aus meinem Garten zu bedienen?“
Mit diesen Worten fängt er auch gleichzeitig an, den Armenier unter den Männern zu verprügeln. Die in ihrer Ehre gestreichelten Männern schreiten während dessen nicht ein. Dann wendet sich der aufgebrachte Winzer zum Kurden:

Gut, du bist zwar Muslim. Aber wie kannst du nur unerlaubt in meinen Garten eintreten?. Gut dieser Mann ist Türke (deutet auf den Türken neben ihn), er ist aus meinem Fleisch und Blut. Aber woher nimmst du dir das Recht?“…daraufhin schlägt er auch auf den kurdischen Mann ein.

Der Verlauf der Geschichte, schockierte den jungen Zuhörer.
Oje, das wird immer ernster. Wird er nun auch den Türken schlagen?“

Der alte lächelte und fuhr fort:

„Die Nadel zeigte nun auf den Türken. „Ist schon klar, du bist Türke. Wir sind vom gleichen Blut und gleichem Ursprung. Aber wie kannst du in meiner Abwesenheit nur mein Eigentum missachten?“..ärgerte sich der wütende Winzer und prügelte auch zuletzt auf den Türken ein.

„Also schlug er alle drei Freunde“..staunte der Junge mit einem verwundertem Gesichtsausdruck.

„Ja, sogar Einen nach dem Anderen. Nach allen Regeln der „Teile und Herrsche Philosophie“ antwortete der Alte.

„Auch heute spaltet man die Länder“ verstand der junge Mann.

„Natürlich und zwar auf die selbe Art und Weise“, bestätigte der alte Mann.

„Und was haben die drei Freunde dann gemacht?“ fragte der Junge.

Der alte Mann lächelte und erwiderte:

„Nach der Tracht Prügel lernen sie aus dieser Erfahrung. Der zuletzt verprügelte Türke wendet sich zu seinem kurdischen Freund und hält folgendes fest: „Wir hätten den Pfarrer gleich in Schutz nehmen sollen! ….“ So ist eben mein Junge, alles um leichter Prügel zu verteilen“, sprach der alte Mann.

Originaltext: Dervişhane von Eyyüp Akyüz, übersetzt von Begüm & Hakan Gördü

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